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Wirtschaft

Gesundheitsschäden

Französischer Bauer gewinnt Rechtsstreit gegen Monsanto

Erneute juristische Niederlage für Monsanto: Ein in Frankreich vertriebener Unkrautvernichter der Bayer-Tochter soll bei einem Bauern schwere Gesundheitsschäden verursacht haben.

AFP

Maisfeld in Frankreich (Symbolbild)

Donnerstag, 11.04.2019   15:22 Uhr

Ein französischer Landwirt hat im Rechtsstreit darüber, ob Gesundheitsschäden mit einem Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto zusammenhängen, Recht bekommen. Das Berufungsgericht in Lyon entschied, dass Monsanto wegen "fehlerhafter Produkte" verantwortlich sei.

Der heutige Biobauer Paul François führt schwere Gesundheitsprobleme auf den inzwischen verbotenen Unkrautvernichter Lasso von Monsanto zurück, mit dem er früher seine Felder behandelte. Der Landwirt gibt an, unter schweren neurologischen Schäden zu leiden, seit er 2004 Dämpfe des Herbizids einatmete.

Jeff Pachoud / AFP

Landwirt Paul François vor dem Gericht in Lyon: Heute Biobauer

In erster Instanz 2012 und im Berufungsverfahren 2015 gaben französische Gerichte François Recht, Monsanto legte jedoch Rechtsmittel ein. Seit Anfang Februar verhandelte das Berufungsgericht in Lyon daher erneut über den Fall. François will mehr als eine Million Euro Schadensersatz von dem Unternehmen erstreiten.

Tausende Klagen in den USA

Lasso ist seit 2007 in Frankreich verboten. In Deutschland erhielt das Mittel nie eine Zulassung.

In den USA war Monsanto im August zur Zahlung von Schadensersatz an einen früheren Hausmeister verurteilt worden, der den Unkrautvernichter Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich macht.

Ende März befand eine Jury in einem weiteren Verfahren zudem, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt habe. Monsanto muss demnach fast 81 Millionen Dollar (knapp 72 Millionen Euro) an einen an Krebs erkrankten Kläger aus den USA zahlen. Tausende weitere Klagen sind in den Vereinigten Staaten anhängig.

brt/AFP

insgesamt 11 Beiträge
From7000islands 11.04.2019
1. Endlich
Endlich ein wenig Genugtuung. Die Chemie Industrie und unsere Umwelt. Wir haben nichts dagegen, wenn Monsanto & Verbrecher Kollegen versuchen , auf dem Mond mit ihrer Chemie Knoblauch zu züchten, kann dann ja kostengünstig [...]
Endlich ein wenig Genugtuung. Die Chemie Industrie und unsere Umwelt. Wir haben nichts dagegen, wenn Monsanto & Verbrecher Kollegen versuchen , auf dem Mond mit ihrer Chemie Knoblauch zu züchten, kann dann ja kostengünstig per Solar zur Erde gebracht werden, dauert auch nicht länger , als von China nach Deutschland. Man erinnert sich, dass noch Jahrzehnte nach dem DDT Verbot weltweit der amerikanische Hersteller in den Philippinen sein Teufelszeug verkaufte und in den höchsten Tönen anpries. Was sind das eigentlich für Manager, die andere Menschen töten oder lebenslang grausam schädigen und nichts dabei empfinden? Chemiker und Manager sind doch keine abgebrochenen Grundschüler, die die Folgen für ihr Tun nicht verstehen können, sind auch keine vorsätzlichen Mörder, die planen, Menschen zu schädigen. Wenigstens glaubt man das als Normalbürger.
BettyB. 11.04.2019
2. Nun ja,...
Da hat sich das Bayer-Management stark verbayert. Wahrscheinlich gibt es dafür bald hohe Abfindungen für die Entscheider...
Da hat sich das Bayer-Management stark verbayert. Wahrscheinlich gibt es dafür bald hohe Abfindungen für die Entscheider...
jf24 11.04.2019
3. Wer sich mit den Fakten beschäftigt ...
... kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat weniger toxisch ist, als Zucker und Salz. Ob die Akquisition trotzdem eine gute Idee war oder ist, darf stark bezweifelt werden, da es auf der Welt sehr viele Menschen wie [...]
... kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat weniger toxisch ist, als Zucker und Salz. Ob die Akquisition trotzdem eine gute Idee war oder ist, darf stark bezweifelt werden, da es auf der Welt sehr viele Menschen wie "BettyB." und "From7000islands " gibt. Für die spielen Fakten keine Rolle, sondern es muss immer einen Schuldigen geben.
lesheinen 11.04.2019
4.
Ich habe das Gefühl, dass die ehemaligen Eigentümer von Monsanto das sinkende Schiff zur für sie rechten Zeit verlassen haben. Die Zeit der Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche haben sie kommen sehen. Und Bayer sah die [...]
Ich habe das Gefühl, dass die ehemaligen Eigentümer von Monsanto das sinkende Schiff zur für sie rechten Zeit verlassen haben. Die Zeit der Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche haben sie kommen sehen. Und Bayer sah die nur Dollar- aber keine Warnzeichen, nahm das Kreuz. Dumm gelaufen.
josef2018 11.04.2019
5. Dann können
Sie sich ja gerne Glyphosat ins Essen mischen, wenn es so harmlos ist. Im Ernst, ein Mittel das Pflanzen zum absterben bringt kann niemals harmlos sein. Das sieht man besonders in Ländern mit intensiver Nutzung von [...]
Zitat von jf24... kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat weniger toxisch ist, als Zucker und Salz. Ob die Akquisition trotzdem eine gute Idee war oder ist, darf stark bezweifelt werden, da es auf der Welt sehr viele Menschen wie "BettyB." und "From7000islands " gibt. Für die spielen Fakten keine Rolle, sondern es muss immer einen Schuldigen geben.
Sie sich ja gerne Glyphosat ins Essen mischen, wenn es so harmlos ist. Im Ernst, ein Mittel das Pflanzen zum absterben bringt kann niemals harmlos sein. Das sieht man besonders in Ländern mit intensiver Nutzung von Glyphosat, wie am Beispiel Argentinien. "Tatsächlich sind hier nicht wie sonst im Landesdurchschnitt Herzkreislauferkrankungen die häufigste Todesursache – hier ist es der Krebs. Dazu kommen auffällige Häufungen von Atemwegs- und Schilddrüsenerkrankungen, Fehlgeburten und auch eigentlich seltene Krankheiten: „In Chabás haben wir Fälle von Amyotropher Lateralsklerose, also ALS, eine Krankheit, die zum Beispiel in Spanien eine Person von 50.000 trifft. Und in Chabás mit weniger als 8.000 Einwohnern haben wir vier Fälle.“ https://www.deutschlandfunk.de/argentinien-krank-durch-glyphosat.724.de.html?dram:article_id=423508 Wenn Sie sich informieren, werden Sie auf viele solcher Berichte stoßen. Oder arbeiten Sie für Bayer und können nicht anders als solche Behauptungen zu verbreiten?

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