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Panorama Kyoto

Brandanschlag in Zeichentrick-Filmstudio - mindestens 25 Tote

| Lesedauer: 3 Minuten
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Bei einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Animationsstudio in Kyoto sind über 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei hatte ein Verdächtiger am Vormittag eine „Flüssigkeit“ in dem Studio verschüttet und sie dann angezündet.

Quelle: WELT/ Isabell Finzel

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Erst versprühte er eine Flüssigkeit, dann zündete er sie an: Ein Mann hat in einem bekannten japanischen Animationsstudio einen Brand gelegt. Er wurde selbst verletzt und gestand die Tat.

Ein Zeichentrick-Filmstudio ist am Donnerstag in Japan offenbar zum Ziel eines verheerenden Brandanschlags geworden: In dem dreistöckigen Gebäude in der Stadt Kyoto hat sich die Zahl der Toten auf mindestens 25 erhöht. 33 Menschen wurden verletzt und es könnte weitere Opfer geben, wie die Behörden mitteilten. „Ein Mann schüttete eine brennbare Flüssigkeit aus und zündete sie an“, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige wurde nach Medienberichten festgenommen. Die genaue Zahl der Todesopfer ist unklar. Ein Feuerwehrmann teilte mit, 23 Menschen seien tot oder mutmaßlich tot. Die Nachrichtenagentur AFP sprach sogar von 33 Toten.

Im Erdgeschoss und im ersten Stock des Gebäudes der Kyoto Animation Filmstudios seien zwölf Leichen entdeckt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte die Feuerwehr bereits einen Toten bestätigt. Später wurden der Feuerwehr zufolge eine Leiche im zweiten Stock und „zehn oder mehr“ Tote auf der Treppe vom zweiten Stock zum Dach tot gefunden. Zudem wurden laut Behörden mindestens 35 Menschen verletzt, zehn von ihnen schwer.

Insgesamt sollen sich japanischen Medienberichten zufolge 70 Menschen in dem Gebäude aufgehalten haben, als gegen 10.30 Uhr am Vormittag (03.30 Uhr MESZ) das Feuer ausbrach. Dichter Qualm drang aus den Fenstern des Gebäudes, ein Teil der Fassade war schwarz von den Flammen, die aus den Fenstern gelodert waren. Die Feuerwehr war mit 35 Fahrzeugen im Einsatz, nach rund drei Stunden hatte sie den Brand weitgehend gelöscht.

Mutmaßlicher Täter ist selbst verletzt

Ein 41-jähriger Mann, der unter den Verletzten war und ins Krankenhaus gebracht wurde, hat nach Angaben der Polizei gestanden. Der Mann wurde dem Sender NHK zufolge selbst verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Er soll eine benzinartige Flüssigkeit in dem Gebäude ausgeschüttet und gerufen haben: „Ihr werdet sterben“.

Der Grund für den Anschlag auf die Filmstudios, die für eine Reihe von Zeichentrick-Filmen für das Fernsehen wie Munto, Lucky Star und K-ON! bekannt sind, war zunächst völlig unklar.

„Anrufer berichteten, sie hätten eine laute Explosion im ersten Stock von Kyoto Animation gehört und Rauch gesehen“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. „Ich hörte zweimal einen lauten Knall, sie hörten sich an wie Explosionen“, sagte ein Mann dem Sender NHK. „Das Feuer wütete heftig. Ich sah rote Flammen lodern.“ Eine 59-jährige Frau aus der Nachbarschaft berichtete der Nachrichtenagentur Kyodo: „Ein Mensch mit versengtem Haar lag am Boden, und da gab es blutige Fußspuren.“

„Warum, warum, warum?“

Die Filmstudios gaben zunächst keine Erklärung ab. In der Firmenzentrale in der Stadt Uji in der Region Kyoto sagte eine Mitarbeiterin, das Unternehmen verfolge die Entwicklung der Lage. Die Firma betreibt auch eine Zeichentrickfilm-Schule.

Andere Zeichentrick-Firmen äußerten sich entsetzt und sicherten Unterstützung zu. „Warum, warum, warum?“, schrieb ein ehemaliger Mitarbeiter von Kyoto Animation. Japan ist weltweit für seine Zeichentrickfilme berühmt.

In dem Land sind Gewaltverbrechen vergleichsweise selten. Brandanschläge werden in Japan, wo viele Menschen in Holzhäusern leben, hart bestraft. Sogar die Todesstrafe kann verhängt werden. Ein Mann, der 2008 in Osaka ein Feuer in einem Videoverleih gelegt und 16 Menschen getötet hatte, wartet derzeit auf die Vollstreckung seines Todesurteils.

dpa/AFP/sst/sara/AP/krö

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