Eine weiße, menschengroße Puppe auf dem Gehweg (Foto: Eva Maria Stotz)
Audio: radioBerlin 88,8 | 17.12.2018 | Bild: Eva Maria Stotz

Steigende Mieten in Berlin-Neukölln - Geister-Figuren entpuppen sich als Aktion gegen Verdrängung

Geisterhafte Puppen liegen im Berliner Schillerkiez auf der Straße. Die Aktion führt zu einer Website eines Kunst-Kollektivs, auf der die Figuren von ihren prekären Verhältnissen "erzählen". Eine Aktion gegen Verdrängung - auch in einem ganz aktuellen Fall.

Kreideweiße Puppen liegen seit Samstag im Neuköllner Schillerkiez auf dem Boden. Sie wecken Assoziationen mit erfrorenen Menschen oder sogenannten Geisterfahrrädern, die an tödlich verunglückte Radfahrer erinnern. Die lebensgroßen Figuren sind Teil der Aktion "Die Verdrängten" und sollen auf Menschen aufmerksam machen, die sich die Mieten in dem beliebten Berliner Kiez am östlichen Rand des Tempelhofer Felds nicht mehr leisten können.

Puppen "erzählen" ihre Geschichten

Auf dem Boden ist auch die URL die-verdraengten.de zu lesen, die zu einer Website führt. Dort "erzählen" insgesamt 20 Puppenköpfe ihre Geschichten von Verdrängung: Familien mit Kindern, Studenten, Arbeiter. "Mit meinem Lohn als Tischler konnte ich das bald nicht mehr zahlen. Ich habe ewig nach einer neuen Wohnung gesucht und wohne jetzt in einer kleineren Wohnung, draußen in Gropiusstadt", sagt zum Beispiel die Figur Ulrich H.

Eine weiße, menschengroße Puppe auf dem Gehweg (Foto: Eva Maria Stotz)
| Bild: Eva Maria Stotz

Kunst-Kollektiv "Reflektor" steckt hinter der Aktion

Hinter der Aktion steckt das Kunst-Kollektiv "Reflektor Neukölln". Das Kollektiv hat ein Atelier und eine Galerie im Schillerkiez, in der Weisestraße 27. Matthias Holland-Moritz von "Reflektor" erklärt, die Puppen stellten fiktive Personen dar, deren Geschichten aber genauso passiert sein könnten.

"Ich selbst weiß von mindestens 20 solcher Fälle zu berichten", sagt er am Sonntag rbb|24. Warum die Puppen wie frostige Leichen aussehen? "Es geht um Stigmatisierung, ums Draußen-sein, von mir aus auch tot, sozial tot", so Holland-Moritz.

Eine weiße, menschengroße Puppe auf dem Gehweg. (Quelle: Eva Maria Stotz)
| Bild: Eva Maria Stotz

Zusammenarbeit mit von Schließung bedrohter Kneipe "Syndikat"

Anstoß für die Aktion sei unter anderem die Kündigung der Kiezkneipe "Syndikat" nach 33 Jahren gewesen, so das Kollektiv. Nach Holland-Moritz' Angaben bereiteten "Reflektor" die Aktion seit dem Sommer zusammen mit der Kneipe in der Weisestraße vor – man habe sich Wochenende für Wochenende zusammengesetzt, um die Puppen zu basteln. Jetzt rufen die Beteiligten die Bewohner des Kiezes dazu auf, ihre Geschichten zu teilen, so dass noch weitere Puppen entstehen können.

Das "Syndikat" in der Weisestraße 56 soll zum Jahresende raus aus seinen jetzigen Räumen. Der Eigentümer, der britische Immobilienkonzern Pears Global, hatte der linken Szenekneipe Anfang Juli zum Jahresende gekündigt.

Schillerkiez eine der beliebtesten Wohngegenden Berlins

Das Neuköllner Viertel Schillerkiez zwischen Columbiadamm im Norden und Leinestraße im Süden ist in den vergangenen Jahren, seit der Schließung des Felds als Flughafen und Eröffnung als Riesen-Park, zu einer der begehrtesten Wohngegenden Berlins geworden. Neue Mieter zahlen ein Vielfaches dessen, was wenige Jahre zuvor üblich war, dennoch sind frei werdende Wohnungen sehr begehrt.

Der Kiez ist geprägt von Bars, Restaurants und Cafés, das riesige Tempelhofer Feld zieht vor allem im Sommer viele Menschen - Berliner und Besucher - an.

Mehrere weiße Puppen im Schillerkiez in Neukölln (Foto: Kollektiv "Reflektor" Neukölln)

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31 Kommentare

  1. 31.

    @ Steffen, Berlin, Dienstag, 18.12.2018 | 20:58 Uhr

    Alles nicht wirklich falsch, aber auch nicht korrekt.

    Der WBS ist NICHT an geförderte Wohnungen gebunden.

    Mit dem WBS bekommt man bei den kommunalen Unternehmen auch nichtgeförderte Wohnungen.

    Kommunale Unternehmen haben mittlere Marktmieten und pflegen ihren Bestand.

    Die Deutsche Wohnen nimmt maximale Mieten und vernachlässigt ihren Bestand.

    maximale Mieten > mittlere Mieten!

    Deshalb sind kommunale Wohnungen mehr gefragt als Deutsche Wohnen.

    Damit auch besonders Bedürftige, die auf dem freien Markt weniger Chancen haben, eine Chance bekommen, werden sie bei den kommunalen unternehmen teilweise bevorzugt. Das ist der soziale Auftrag des Landes Berlin an diese unternehmen als deren Eigentümer.

    Die kommunalen Unternehmen haben 2 Aufgaben: soziale Wohnungsversorgung und Gewinn generieren.

    Deutsche Wohnen hat nur einen Auftrag: Gewinne, Gewinne, Gewinne ohne Rücksicht auf Mieter!

  2. 30.

    Alles nicht wirklich falsch, aber auch nicht korrekt. Der WBS ist an geförderte Wohnungen gebunden, die befinden sich durchaus auch in privater Hand. Ob die Deutsche Wohnen noch geförderte Wohnungen im Bestand hat, weiß ich nicht. Ich denke mal, eher nicht, ist nicht deren primäres Geschäftsfeld. Kommunen müssen Subventionen zudem immer begründen, es geht schließlich um Steuergelder. Generelle Mieten weit unter Marktniveau sind deshalb möglicherweise unzulässig, weil eine Marktverzerrung, besonders bei großen Wohnbeständen. Ausnahmen gelten nur für hilfsbedürftige Menschen, da hier ein legitimes Interesse zu deren Gunsten vorliegt. Kommunale Eigentümer können durchaus etwas bremsen, aber dem sind Grenzen gesetzt. Der größere Effekt entsteht durch Unterlassen ( sinnloser) Modernisierungen, nicht durch den Mietzins an sich.

  3. 29.

    Steffen, Berlin, Dienstag, 18.12.2018 | 09:02 Uhr:
    "Die pauschale Behauptung, kommunale Wohnungsunternehmen wären besser als die Deutsche Wohnen, möchte ich so auch nicht stehen lassen. Beide holen raus, was nur geht! Die einen für die Aktionäre, die anderen für die Stadtkämmerer. Auch Kommunen sind ständig klamm und haben nichts zu verschenken (dürfen sie auch gar nicht)."

    FALSCH! Die kommunalen Wohnungsunternehmen haben auch den Auftrag zur sozialen Wohnungsversorgung. So gibt es z.B. nur bei den kommunalen Unternehmen, aber nicht bei der Deutschen Wohnen ein soziales Segment für Besitzer eines WBS mit Dringlichkeit. Und natürlich dürfen die Kommunen ihre kommunalen Wohnungsunternehmen dafür nutzen, besonders bedürftige Menschen mit günstigem Wohnraum zu versorgen. Sie müssen keine Gewinne erzielen.

    Außerdem ist nur von der Deutschen Wohnen, aber nicht von den kommunalen Wohnungsunternehmen bekannt, dass sie ihren Bestand massiv vernachlässigen.

  4. 28.

    Steffen, Berlin, Dienstag, 18.12.2018 | 09:02 Uhr:
    "Auch wenn Sie es noch mehrmals wiederholen, wird es nicht richtiger. In der aktuellen Situation mag es so sein, dass ein Teil der Berliner (dummerweise genau der von Gentrifizierung am stärksten betroffene) sich Wohneigentum nicht mehr leisten kann. Nu, als die Preise noch billig waren, haben genau diese auch nicht mit einer Silbe daran gedacht, die Wohnungen selbst zu erwerben - die Mieten waren ja so schön billig, Kaufen wäre teurer gewesen."

    Kaufen war für Geringverdiener in den letzten Jahrzehnten finanziell NIE möglich und "billig" waren die Wohnungen auch nie. Außerdem waren und sind die meisten Mietskasernen nicht in Wohneigentum umgewandelt und daher auch nicht kaufbar. Geringverdiener haben nicht das nötige Eigenkapital für einen Kaufkredit. Das Einkommen reicht nur für Miete.

  5. 27.

    Um Sie mal auf den Boden der Tatsachen zu holen, hier ein Beispiel für den Staat als Mietpreistreiber:
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/bundesanstalt-fuer-immobilienaufgaben-verstoesst-der-bund-gegen-die-mietpreisbremse--28936748

    Und ja, auch die "Kommunalen" machen bei Gentrifizierung fleißig mit:
    http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Copy-Shop-muss-nach-Mieterhoehung-schliessen

    Gerade der Potsdamer Fall ist ein Paradebeispiel für Vertreibung von Kleingewerbe. Da kann selbst eine Deutsche Wohnen noch was lernen.

  6. 26.

    Auch wenn Sie es noch mehrmals wiederholen, wird es nicht richtiger. In der aktuellen Situation mag es so sein, dass ein Teil der Berliner (dummerweise genau der von Gentrifizierung am stärksten betroffene) sich Wohneigentum nicht mehr leisten kann. Nu, als die Preise noch billig waren, haben genau diese auch nicht mit einer Silbe daran gedacht, die Wohnungen selbst zu erwerben - die Mieten waren ja so schön billig, Kaufen wäre teurer gewesen. Mieten birgt aber immer die Gefahr, irgend wann zwangsweise umziehen zu müssen. Ich war selbst auch schon davon betroffen. Ist dann halt so.
    Die pauschale Behauptung, kommunale Wohnungsunternehmen wären besser als die Deutsche Wohnen, möchte ich so auch nicht stehen lassen. Beide holen raus, was nur geht! Die einen für die Aktionäre, die anderen für die Stadtkämmerer. Auch Kommunen sind ständig klamm und haben nichts zu verschenken (dürfen sie auch gar nicht).

    Unabhängig davon: Der Großteil der Gentrifizierung erfolgt über "Modernisierung".

  7. 25.

    Trust, 17.12.2018 19:10:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 17.12.2018 um 15:22
    Gerade deswegen wäre es schon länger sinnvoll gewesen, Eigentum zu erwerben. Dieses Festhalten an Mietverhältnissen besonders in Berlin ist nicht zukunftsfähig. Und das ist nicht "besser so"."

    Das Gegenteil ist der Falls, Mieter in Genossenschaftswohnungen gehören zu den zufriedensten Berlinern, weil Sie ohne das nicht vorhandene Eigenkapital ein lebenslanges Wohnrecht bekommen können, kein Eigenbedarf, keine Spekulation und keine Verdrängung droht, keiner aus den Mietverhältnissen Gewinne erzielt und sich die Wohnkosten nur an den tatsächlichen Kosten, aber nicht an den steigenden Bodenwerten orientiert. Gut so!

    An 2. Stelle in der Zufriedenheit kommen die Mieter kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, sofern diese nicht privatisiert, so wie fataler Weise in der Vergangenheit.

    Wohnungseigentum ist dagegen auf dem Berliner Wohnungsmarkt für viele Berliner nicht bezahlbar und daher völlig indiskutabel.

  8. 24.

    Steffen, 17.12.2018 | 21:48 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 17.12.2018 um 17:58
    Sie kennen einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge nicht, beurteilen meine Ausführungen aber mal pauschal als Unsinn. Interessante "Diskussionsführung"."

    In meinem Kommentar von 17:58 kommt das Wort "Unsinn" nicht vor.

    Unsinn habe ich dagegen 17:52 Ihre Behauptung einer "immer stärker aufkommende Staatsgläubigkeit und Staatshörigkeit" genannt angesichts des stetigen Rückgangs der Wahlergebnisse der etablierten Parteien und des Aufkommens von AfD, "Pegida" u.ä. Wo sind da die "einfachsten wirtschaftlichen Zusammenhänge", die ich nicht kennen würde???

    Unsinn habe ich auch ihre pauschale FDP-Behauptung genannt, Staat könne nicht besser als Privat. Auf mein Argument "Deutsche Wohnen" gehen Sie nicht ein. Wo kann "Deutsche Wohnen" besser als die kommunalen Wohnungsunternehmen???

    Und wo sind die rekommunalisierten Wasserbetriebe nun schlechter als die zuvor privatisierten Wasserbetriebe???

  9. 23.

    Trust, Montag, 17.12.2018 | 19:10 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 17.12.2018 um 15:22
    Gerade deswegen wäre es schon länger sinnvoll gewesen, Eigentum zu erwerben. Dieses Festhalten an Mietverhältnissen besonders in Berlin ist nicht zukunftsfähig. Und das ist nicht "besser so"."

    Ich bin im Aufsichtsrat einer Berliner Genossenschaft und wir haben das Problem, dass es absolut unmöglich ist, in Berlin ein Baugrundstück zu kaufen, zu bebauen und über für Normal- und Geringverdienende bezahlbare Mieten ohne Gewinn (Genossenschaften sind i.d.R. nicht gewinnorientiert.) zu refinanzieren. Genauso wenig ist es möglich, ein Grundstück mit Mietshaus zu kaufen und über bezahlbare Mieten ohne Gewinn zu refinanzieren. Und bei Wohneigentum ist dies erst recht nicht möglich, da dort die Quadratmeterpreise noch höher sind. (Deshalb wandeln Spekulanten so gern Mietshäuser in Eigentumswohnungen um.) Und das ist nur ein Vorgeschmack, in welche Richtung es sich in Berlin entwickelt.

  10. 22.

    Trust, Montag, 17.12.2018 | 19:10 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 17.12.2018 um 15:22
    Gerade deswegen wäre es schon länger sinnvoll gewesen, Eigentum zu erwerben. Dieses Festhalten an Mietverhältnissen besonders in Berlin ist nicht zukunftsfähig. Und das ist nicht "besser so"."

    Sie haben meine Antwort nicht verstanden. Es ist für viele Berliner völlig sinnfrei, darüber zu diskutieren, ob es "sinnvoll" sei, eine Wohnung zu erwerben, wenn es objektiv völlig unmöglich ist, weil das Einkommen eines Normalverdieners oder Geringverdieners selbst bei Null-Zinsen nicht ausreicht, in Berlin eine Wohnung zu kaufen. Es würde so wie in den USA enden: Wohnung kaufen > Kreditraten nicht zahlen können > Zwangsversteigerung > Räumung > Schulden! Eine seriöse Bank vergibt auch keine Kredite, wenn sie erkennt, dass der Kreditnehmer gar nicht in der Lage ist, mit seinem Einkommen den Kredit zu bedienen.

    Die meisten Berliner können nur mieten, aber nicht kaufen! Alles andere ist Wunschdenken.

  11. 21.

    Sie kennen einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge nicht, beurteilen meine Ausführungen aber mal pauschal als Unsinn. Interessante "Diskussionsführung". Und ja, eine gesteuerte, nicht Überhand nehmende Gentrifizierung hat auch Vorteile für die Gesellschaft und die Kommune.
    Den Link von Trust aus #20 würde ich Ihnen auch mal ans Herz legen.

  12. 20.

    Zur Gentrifizierung ganz interessant zu lesen

    http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/stadt-und-gesellschaft/216871/gentrifizierung-ursachen-formen-und-folgen?p=all

    Und zu den Vorgaben des Staates stimme ich Ihnen zu.

    Insgesamt gesehen sollte der Staat die Gentrifizierung nicht bekämpfen, sondern steuern und kaufwillige Mieter unterstützen. Das bedeutet aber auch, dass Bewohner Verantwortung für ihre Wohnungen übernehmen und nicht "nur" zur Miete wohnen.

  13. 19.

    Gerade deswegen wäre es schon länger sinnvoll gewesen, Eigentum zu erwerben. Dieses Festhalten an Mietverhältnissen besonders in Berlin ist nicht zukunftsfähig. Und das ist nicht "besser so".

  14. 18.

    Steffen, Berlin, Montag, 17.12.2018 | 15:44 Uhr:
    "Gentrifizierung gab es schon immer, dies ist ein normaler Wandlungsprozess, dem eine Stadt ständig unterworfen ist."

    Politik kann das Ausmaß der Gentrifizierung beeinflussen. Und das ist auch originäre Aufgabe der Politik im Sinne der Bewohner!

    Steffen, Berlin, Montag, 17.12.2018 | 15:44 Uhr:
    "Insofern ist sie (bei aller privaten Betroffenheit) Teil eines normalen Wirtschaftskreislaufes und hat in einem funktionierenden Markt auch positive Nebeneffekte wie Steigerung des Lohnniveaus oder Steigerung der Wohnqualität."

    "Steigerung des Lohnniveaus"??? Reines Wunschdenken bzw. nur für die ohnehin schon Besserverdienenden! Oder wo gab es das schon mal, dass Gentrifizierung zur Steigerung des Lohnniveaus der Normalverdiener geführt hat, so dass sie sich doch die Mieten leisten können und nicht wegziehen müssen???

    "Steigerung der WOhnqualität"? Aber nur für die, die sich das dann noch leisten können, also die Besserverdienenden!

  15. 17.

    Steffen, Berlin, Montag, 17.12.2018 | 15:44 Uhr:
    "Die immer stärker aufkommende Staatsgläubigkeit und Staatshörigkeit ist erschreckend ..."

    UNSINN! Die sog. "Staatsgläubigkeit" und "Staatshörigkeit" nimmt immer mehr ab. (s. Trump, AfD "Pegida")

    Steffen, Berlin, Montag, 17.12.2018 | 15:44 Uhr:
    "... zumal der Staat eben schon bewiesen hat und immer wieder beweist, dass er es eben auch nicht besser kann."

    UNSINN! Die staatliche Schweizer Bahn fährt besser als die privatisierte britische Bahn. Die kommunalen Wasserbetriebe funktionieren mindestens genauso gut wie private, aber billiger! Die kommunale BSR funktioniert auch nicht schlechter als ein privates Unternehmen.

    Und zurück zum Thema: Die kommunalen Wohnungsunternehmen funktionieren besser als die private Deutsche Wohnen. Fragen Sie mal einen Mieter der Deutschen Wohnen!

  16. 16.

    "Sozialistische Wohnverhältnisse ... endeten in der untergegangenen DDR" So ein Quark. Die Leute haben damals NICHT gegen die günstigen Mieten demonstriert. Die hätten sie liebend gerne beibehalten.

  17. 15.

    Sie haben grundsätzlich Recht. Die immer stärker aufkommende Staatsgläubigkeit und Staatshörigkeit ist erschreckend, zumal der Staat eben schon bewiesen hat und immer wieder beweist, dass er es eben auch nicht besser kann.
    Gentrifizierung gab es schon immer, dies ist ein normaler Wandlungsprozess, dem eine Stadt ständig unterworfen ist. Insofern ist sie (bei aller privaten Betroffenheit) Teil eines normalen Wirtschaftskreislaufes und hat in einem funktionierenden Markt auch positive Nebeneffekte wie Steigerung des Lohnniveaus oder Steigerung der Wohnqualität. Zum Problem wird Gentrifizierung, wenn sie durch Luxussanierung in bewohntem Wohnraum getrieben wird. Genau dies wird aber durch grüne Politik der "Energieeinsparverordnungen" und fehlende Abgrenzung von Sanierung zu Modernisierung ermöglicht, eine Politik, die die Bundes- und Landesregierungen gerade in den letzten Jahren forciert haben. Genau dort könnte die Politik effektiv ansetzen, will es aber nicht.

  18. 14.

    Trust, 17.12.2018 | 13:18 Uhr:
    "Aber viele Berliner sind zu ängstlich, um auch nur mal den Kauf ihrer Wohnung in Erwägung zu ziehen. Dabei sind die Zinsen schon länger im Keller. Immer wieder faszinierend ist der Vergleich zum europäischen Ausland."

    Die Faszination die Trust meint: In London kann sich ein Polizist mit seinem Gehalt keine Wohnung in der Stadt leisten! Die Preise orientieren sich dort an den finanziellen Möglichkeiten russischer Oligarchen und ausländischer Spekulanten und sind daher für Normalverdiener unbezahlbar. Selbst wenn die Zinsen Null wären, so wäre dies für die meisten Menschen immer noch unbezahlbar. Das wird sich in einer ungeregelten Marktwirtschaft auch nicht mehr ändern, solange die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht und die Reichen mit ihrer Nachfrage den Preis bestimmen.

    In Berlin ist es gerade deshalb (noch) nicht so schlimm, weil es relativ viele Mietwohnungen und wenig Wohnungseigentum gibt. Und das ist besser so!

  19. 13.

    Stimmt. Aber viele Berliner sind zu ängstlich, um auch nur mal den Kauf ihrer Wohnung in Erwägung zu ziehen. Dabei sind die Zinsen schon länger im Keller. Immer wieder faszinierend ist der Vergleich zum europäischen Ausland. Auch den haben Sie treffend beschrieben. Der Staat kann auch Sanierungsgebiete ausweisen und dort Wohneigentum fördern. Mietzinshäuser sind auf kapitalkräftige Eigentümer angewiesen. Und ein Vermieter soll auch Gewinn machen. Sonst lohnt sich die Vermietung nicht. Der Staat als Vermieter ist zwar eine Möglichkeit, aber eben nur begrenzt.

    Und ich weiß jetzt schon, was einige hier antworten. Das ist auch in Ordnung. Jeder hat seine Meinung und am Ende entscheidet die Mehrheit.

  20. 12.

    Stimmt, eine soziale Durchmischung ist schon was Unerträgliches für Leute, die andere verdrängt haben. Wo käme eine Gesellschaft denn hin, wenn sich das Prekariat unter die Wohlhabenden mischen würden?
    In Ihrer armen Welt möchte ich nicht leben.

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