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Seit heute früh hat Berlin ein neues Denkmal

Die Säule gegen den Verrat an der Demokratie!

Das Zentrum für Politische Schönheit hat heute früh eine 2,5 Meter hohe und 4 Tonnen schwere Gedenk- und Widerstandsstätte aus Edelstahl auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper errichtet – direkt zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt. An diesem Ort legte vor genau 86 Jahren der deutsche Konservatismus die Demokratie in die Hände von Hitler und seinen Nazischergen. Die Vernichtung von Millionen Menschen nahm hier ihren Lauf. Bis heute erinnert nichts an den hinterhältigen Verrat der Konservativen an der Demokratie.

Wir haben zwei Jahre lang die Orte aufgesucht, an denen die Nazis den Massenmord perfektionierten und industrialisierten. Wir haben uns gefragt: Wo ist die Asche von Millionen Ermordeten der Nazidiktatur? Was geschah mit ihren sterblichen Überresten?

"Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann."

Salmen Gradowski, †1944, in einer vergrabenen Nachricht

Wir haben Tausende Quellen ausgewertet und sind den Spuren gefolgt. Die Asche der Ermordeten wurde in Dämmen verbaut, auf Feldern verscharrt und in Flüsse gekippt. Wir haben an 23 Orten 248 Bodenproben genommen und in Labore geschickt. In 175 der Proben fanden sich Hinweise auf menschliche Überreste.

 

"Die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals Lea Rosh hält die Aktion des ZPS für 'tiefer, als unser Holocaustmahnmal es ist'. Rosh ist 'bewegt und angefasst' von der Idee und ihrer Ausführung: 'Es ist unglaublich'.

Spiegel Online

 

An einem der Schreckensorte fanden wir metertief Asche und Knochenkohle. Die Säule birgt im Kernstück einen in alle Ewigkeit konservierten Bohrkern aus genau dieser Erde.

Wie schon in ihren unzähligen Nachrichten an die Nachkommenden, klagen jetzt auch die Überreste der Toten an und mahnen: Der Konservatismus darf nicht, niemals, mit den Faschisten kooperieren. Widerstand gegen jede faschistische Machtergreifung ist oberste Bürgerinnenpflicht in einer freien Gesellschaft.

 

"Das Thema der Verwertung der Ermordeten ist unendlich lange tabusiert worden."

Götz Aly, Historiker

 

Leider ist die Säule nur bis Samstag, 7.12.2019 genehmigt. Sie soll aber für immer stehen. Dazu brauchen wir jetzt Deine Hilfe!

Wenn wir bis kommenden Samstag das Spendenziel erreichen, stehen im Anschluss an den zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich gegen die AfD (7.12.2019, 15 Uhr, vor der Gedenkstätte) die Betonmischer bereit und wir werden ein festes Betonfundament für die Säule gießen.

 

Samstag, 7.12.2019, 15h:
Zivilgesellschaftlicher Zapfenstreich und Schwur gegen die AfD!

Sei dabei, wenn sich am Samstag um 15 Uhr ganz Deutschland zum zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich am Mahnmal versammelt. Gemeinsam leisten wir im Angesicht der Toten einen ewigen Schwur des Widerstandes gegen jede Machtoption des AfD-Faschistenpacks. Wir werden die Demokratie bis aufs Messer verteidigen. Wir werden nicht zuschauen, wie konservative Kräfte keine 75 Jahre nach dem Ende der Nazidiktatur schon wieder auf Machtoptionen mit faschistischen Kräften schielen. Im Anschluss werden Facharbeiter unserem Mahnmal ein anständiges Betonfundament gießen.

Ist wirklich Asche von Menschen in der Säule?

Ja. Siehe diesen Laborbericht zu einer Beispielprobe.

Woher kommt die Asche?

Wir haben Tausende Quellen ausgewertet und sind den Spuren gefolgt: nach Nordhausen, Auschwitz, Sobibór, Majdanek, Chelmno, Mauthausen, Belzec, Treblinka, Berdychiv, Plyskiv. Die Asche der Ermordeten wurde in Dämmen verbaut, auf Feldern verscharrt und in Flüssen verkippt. Wir haben an 23 Orten 248 Bodenproben genommen und in mehrere Labore außerhalb Deutschlands geschickt. In 175 der Proben fanden sich Hinweise auf menschliche Überreste.
Wir haben uns die Mühe gemacht, die wissenschaftlichen Recherchen zu den “Wegen der Asche” im Vorfeld allein für Auschwitz einmal exemplarisch aufzubereiten.

Ist das nicht "Grabschändung"?

Es gibt dort kein Grab, wo wir gebohrt und Boden beprobt haben. Es gibt dort nur verscharrte Überreste, weggeschwemmte oder sedimentierte angekohlte Glieder, Finger, Hände, Teile von Armen, Beinen und Füßen, aber auch Torsos von Rümpfen und Beckenknochen. Die Menschen wurden in Dämmen verscharrt, in Flüsse gekippt, auf Felder ausgestreut. Sie wurden völlig vergessen, verdrängt oder nie gesucht. Und davon gibt es Tausende. Bei den Ermordeten geht es nicht um eine "rückstandslose Vernichtung". Ihre Überreste – man hätte seit 74 Jahren nur nach ihnen suchen müssen.
Viele der Ermordeten wollten ausdrücklich, dass man nach ihnen sucht. Exemplarisch seien zwei Zitate aus archäologischen Funden in Auschwitz herangezogen: "Suchet weiter! Ihr werdet noch mehr finden!" Salmen Lewenthal am 15.8.1944 (in einem vergrabenen Brief). Und: "Teurer Finder, suche überall, auf jedem Zollbreit Erde. Suchet in der Asche. Die haben wir verstreut, damit die Welt sachliche Beweisstücke von Millionen von Menschen finden kann." Salmen Gradowski, 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Auch die Überlebenden künden von dem Bewusstsein in Auschwitz, dass die Welt nach ihnen suchen würde: "Wir haben dafür gesorgt", berichtet Filip Müller in Lanzmanns Shoah, "dass die Welt sich in diese Erde graben würde."
Viele weitere Briefe und Nachrichten von den deutschen Vernichtungslagern Getöteten findet ihr in unserem Buch zur Aktion: “An die Nachwelt”.

Werdet Ihr wirklich ein Betonfundament für die Gedenkstätte gießen?

Unser Eskalationsbeauftragter stellt klar: “Beton oder Geld zurück!” Bei Erreichen des Spendenziels bekommt die Säule beim zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich gegen die AfD am 7.12. ab 15 Uhr ein Betonfundament. Wir werden einen Statiker hinzuziehen, um die Standsicherheit bzw. die Sicherheit für die Öffentlichkeit zu gewährleisten.
Die Rechtslage ist in dieser Sache erfreulich eindeutig. Aus der Bauordnung § 61 Abs. 15 c) für das Land Berlin geht hervor: Die Errichtung von Grabdenkmalen, Feldkreuzen, Denkmälern und sonstigen Kunstwerke jeweils mit einer Höhe bis zu vier Metern ist verfahrensfrei. Wir haben den festen Willen, die Gedenkanlage dem Bund zu schenken.

Droht von Rechts überhaupt Gefahr?

Im deutschen Bundestag sitzen rechtsextreme Abgeordnete. Eine offen verfassungsfeindlich agierende Partei kommt im Osten auf über 25 Prozent der Stimmen, bundesweit ist sie drittstärkste Kraft. Seit 1990 zählt der Rechtsextremismus über 200 Todesopfer, die mehr verdrängt als aufgeklärt wurden.
Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano war unlängst gezwungen, einen Brief an Olaf Scholz zu schreiben, in dem es heißt: “Für uns Überlebende ist es unerträglich, wenn heute wieder Naziparolen gebrüllt, wenn jüdische Menschen und Synagogen angegriffen werden, wenn Menschen durch die Straßen gejagt und bedroht werden, wenn Todeslisten kursieren und extreme Rechte nicht mal mehr vor Angriffen gegen Vertreter des Staates zurückschrecken.”
Es geht nicht nur um die Verantwortung oder Schuld. Es geht um einen historischen Auftrag für uns als Nachgeborenen: Was tun wir heute und in Zukunft, um Faschismus zu bekämpfen und zu verunmöglichen?

Warum attackiert Ihr den deutschen Konservatismus und die CDU/CSU?

Der einzig vorstellbare Weg an die Macht führt für die AfD über die Union. Die Mahnung, nicht mit Faschisten zu paktieren oder zu koalieren, sich nicht von ihnen dulden zu lassen (“Minderheitenregierung”) oder ähnliches, gilt zwar für alle Parteien. Am Verdächtigsten sind aber die Konservativen. Wer könnte die Republik an den Faschismus verraten? Wer könnte die Republik im Austausch gegen Macht allzu leichtfertig ausliefern? Wer kann die Demokratie verraten und zerstören? Konservative Parteien waren 1933 maßgeblich an der Zerstörung der Demokratie beteiligt.
Nach der Thüringer Landtagswahl gab es offene Bekundungen aus den Reihen der CDU, mit der AfD eine Regierungskoalition zu bilden oder sich wenigstens durch ihre Duldung den Posten des Ministerpräsidenten zu erschleiche(r)n. Christian von Stetten (MdB) gibt bei Markus Lanz offen bekannt, er könne sich eine von Friedrich Merz geleitete "Minderheitenregierung", die von der AfD toleriert wird, gut vorstellen. Die Pläne von Hans-Georg Maaßen und Werner Patzelt müssen gar nicht erst ausgeführt werden. Der Untergang der Konservativen verläuft immer in den drei Phasen: Beschwichtigung, Leugnung, Selbstverleugnung.

Ist “Mit Rechten reden” keine akzeptable Strategie im Umgang mit den Rechten?

Nein. Der einzig richtige Umgang mit Rechtsextremisten ist, sie zu ächten. Jederzeit. Sie sind kein Teil des demokratischen Diskurses und es macht uns nicht zu toleranten Demokraten, wenn wir Brücken in den Abgrund der Verfassungsfeinde bauen. Das Beschwichtigen, Verharmlosen, Beschweigen, Relativieren und Legitimieren muss aufhören.
Was wir bräuchten, wäre ein Bundesamt zur fallspezifischen Früherkennung und Deutung gesellschaftlicher oder politischer Phänomene als Vorzeichen faschistischer Machtergreifung. 90 Prozent des Problems scheint darin zu bestehen, dieselben Entwicklungen auch als solche zu erkennen, zu sehen und zu definieren. Wenn es aussieht wie die NSDAP vor der Machtergreifung, wenn es brüllt wie die NSDAP und wenn es morden will wie die NSDAP, dann ist es vielleicht auch eine neue NSDAP

Was ist der zivilgesellschaftliche Zapfenstreich gegen die AfD?

Die deutsche Zivilgesellschaft wird sich am 7. Dezember um 15 Uhr direkt vor der neu errichteten Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie einfinden. Dort werden wir einen Schwur leisten: für die Verteidigung der Demokratie und gegen den deutschen Faschismus in seiner heutigen Gestalt der AfD.