Kommentar Ein Mörder, kein Pop-Star!

Peter Beyer (48, CDU, l.), Transatlantik-Beauftragter der Regierung, mit Jens Söring (53). In den Armen des Doppelmörders: Petra Hermanns (51, l.), und Bernadette Faber (38, r.), die Frauen kämpften f
Peter Beyer (48, CDU, l.), Transatlantik-Beauftragter der Regierung, mit Jens Söring (53). In den Armen des Doppelmörders: Petra Hermanns (51, l.), und Bernadette Faber (38, r.), die Frauen kämpften für seine FreilassungFoto: REUTERS

Es ist ein verstörendes Signal: Ein in den USA rechtmäßig verurteilter Doppelmörder wird in Deutschland empfangen wie ein Popstar.

Nicht nur von Fans und Unterstützern, die für seine Freilassung gekämpft haben, sondern auch von einem Vertreter der Bundesregierung!

Peter Beyer, Transatlantik-Beauftragter der Regierung, strahlt an Sörings Seite in die Kameras der Weltpresse. Dabei wirkt er so glücklich, als sei da gerade ein unbescholtener Urlauber aus der Geiselhaft einer Terrorgruppe befreit worden. Und kein Mann, der im Rechtsstaat der USA für zwei grausame Morde verurteilt wurde.

Sörings Freunde haben jedes Recht, ihn nach 33 Jahren Haft fröhlich zu empfangen. Auch Beyer steht es frei, an Sörings Schuld zu zweifeln. Aber Beyer ist kein Hobby-Detektiv. Sein Job ist die Pflege der überragend wichtigen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.

Der „Passauer Neuen Presse“ sagte Beyer, dass der Fall Söring ihn „gefangen genommen“ habe. Wenn dem so ist, sollte er sich von seinem Amt befreien lassen.

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