Messer-Mann (37) erschossen Polizisten in Gelsenkirchen angegriffen

Täter soll „Allahu akbar“ gerufen haben +++ Kommissar-Anwärter (23) zückte
Dienstwaffe +++ Mindestens ein Projektil verletzte den Mann tödlich

Die Polizei ist sich sicher: Diese feige Attacke war ein versuchter Anschlag auf Polizisten mitten in Deutschland!

Sonntagabend, 19.40 Uhr: Ein Mann (37) türkischer Herkunft, wegen Gewaltdelikten mehrfach vorbestraft, läuft auf die Polizeiwache Süd in Gelsenkirchen (NRW) zu. Er hält einen Stock in der einen und ein Messer in der anderen Hand. Dann eskaliert die Situation!

Beamten der Spurensicherung vor der Wache am Abend des Vorfalls
Mitarbeiter der Spurensicherung vor der Wache am Abend des VorfallsFoto: Stephan Witte / dpa

Polizeisprecher Christopher Grauwinkel (49) schilderte BILD den Vorfall so: „Zwei Polizeibeamte haben sich an einem Streifenwagen vor der Wache aufgehalten. Ein Mann ist an dem Streifenwagen vorbeigelaufen und hat unvermittelt plötzlich mit einem Stock auf den Wagen gehauen. Die Beamten forderten ihn sofort auf, stehenzubleiben. Doch der Mann ging mit erhobenem Arm und dem Stock weiter auf die Beamten los.“

Tatort-Markierungen stehen im abgesperrten Bereich: Zu sehen ist eine Blutlache
Tatort-Markierungen stehen im abgesperrten Bereich: Zu sehen ist eine BlutlacheFoto: Stephan Witte / dpa

Den ersten Ermittlungen nach soll der Täter die Zurufe der Polizei ignoriert haben. Zeugen schilderten BILD, der Mann habe stattdessen laut „Allahu Akbar“ (arabisch „Gott ist groß“) gerufen und sei weiter auf die Beamten zugegangen.

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Fest steht: Einer der beiden Polizisten, ein Kommissar-Anwärter (23), zog daraufhin seine Dienstwaffe und schoss vier Mal auf den Mann. Der Angreifer wurde von mindestens einem Projektil tödlich verletzt. Ein Notarzt versuchte noch, ihn am Tatort zu reanimieren – vergeblich.

Auf Grund der „Allahu Akbar“-Rufe des geschiedenen Türken bewertete die Polizei Gelsenkirchen den Angriff als Anschlag. Der Getötete ist wegen mehrerer Gewalttaten, unter anderem wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, bereits bekannt. Den Ermittlungsbehörden liegen aber auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung vor.

Der Tatort vor der Polizeistation ist mit einem Absperrband abgegrenzt
Der Tatort vor der Polizeistation ist mit einem Absperrband abgegrenztFoto: Rene werner / dpa

Die Ermittlungen liefen deshalb in der Nacht auf Hochtouren, auch aus Sorge vor möglichen Komplizen. Die Polizei Münster hat die Einsatzleitung übernommen. Sie ist als sogenannte „Megabehörde“ bei möglichen Anschlagsszenarien auch zuständig für Gelsenkirchen.

Im Februar 2016 hatte es bereits einen Terroranschlag auf Polizisten in Hannover gegeben. Die Schülerin Safia S. (damals 15) hatte zwei Beamte am Hauptbahnhof mit einem vorher verborgenen Messer angegriffen, ein Polizist wurde dabei lebensgefährlich verletzt.